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Arthroskopische Operationen des Kniegelenkes

Röntgenbild eines Knies

Durch minimalinvasiven operativen Eingriff Schmerzen beseitigen.

Meniskusschaden

Patienten mit Meniskusschaden klagen über stechende Schmerzen im Kniegelenk, die oft durch Drehbewegungen ausgelöst werden. Es kommt evtl. zu Gelenkblockaden und Gelenkschwellungen. Ein defekter Meniskus wirkt wie ein Fremdkörper und führt auf Dauer zu Schäden am Gelenkknorpel.

Mit einer Arthroskopie kann der defekte Meniskusanteil entfernt oder im günstigsten Fall durch eine Naht refixiert werden. Über zwei winzige Hautschnitte wird mit Hilfe einer dünnen Staboptik und einer Kamera der Gelenkinnenraum auf einem Bildschirm sichtbar gemacht. Dabei können alle Gelenkstrukturen sehr genau beurteilt und Schäden festgestellt werden.

Mit kleinen Stanzen und motorgetriebenen Messern wird nur der geschädigte Meniskusanteil vorsichtig abgetragen. Gesundes Meniskusgewebe wird belassen, um die wichtige Pufferfunktion nicht zu gefährden. In günstigen Fällen, vor allem bei jüngeren Patienten, können Einrisse refixiert werden.

Nach einer alleinigen Teilentfernung des Meniskus ist eine sofortige Teilbelastung erlaubt. Eine Vollbelastung bis zur Schmerzgrenze ist in der Regel nach 2-3 Tagen möglich. Sportliche Belastungen sind in der Regel nach 2 bis 3 Wochen möglich.
Wenn eine Meniskusnaht oder ein zusätzlicher Eingriff am Knorpel durchgeführt wurde, ist eine Teilbelastung von einigen Wochen erforderlich.
Eine krankengymnastische Nachbehandlung kann nach 2 bis 3 Tagen einsetzen.

Knorpelschaden (Arthrose)

Bei arthroskopischen Meniskusoperationen finden sich häufig Begleitschäden am Gelenkknorpel, insbesondere bei älteren Menschen. Bereits vor einer Meniskusoperation wird daher vereinbart, dass evtl. Knorpelschäden in der gleichen Sitzung mit behandelt werden. Seltener gibt es auch Knorpelschäden ohne Meniskusdefekt.

Das Ziel der Behandlung ist die Entfernung von gelockerten oder bereits aus der Gelenkfläche gebrochenen Knorpelstücken (Debridement) sowie das Ausspülen von Knorpelabrieb (Lavage), welches zur Gelenkentzündung beiträgt. Dann wird, je nach Tiefe des Defektes, durch ein Anbohren des Knochens unterhalb des krankhaft veränderten Knorpels (Microfracture-Therapie) die Bildung von Ersatzknorpel angeregt.

Eine Entlastung an Gehstützen ist für 4 – 12 Wochen erforderlich, je nach Lokalisation und Größe des Knorpeldefekts. Begleitend ist eine krankengymnastische Nachbehandlung notwendig, um einen entlastungsbedingten Muskelschwund zu vermeiden und die Beweglichkeit zu erhalten.

Bandverletzungen

Verletzungen mit Riss der Seitenbänder werden in der Regel ohne Operation durch eine vorübergehende Stabilisierung mit einer Schiene, begleitend mit Krankengymnastik, zur Ausheilung gebracht.

Ein Riss des Vorderen oder Hinteren Kreuzbands bewirkt eine ernst zu nehmende Instabilität des Kniegelenkes mit der Gefahr einer in der Folge auftretenden Schädigung der Menisken oder des Gelenkknorpels (Arthrose).
Bei jungen Menschen oder bei Menschen bis ca. 50 Jahren mit sportlichen Ambitionen oder entsprechender beruflicher Belastung empfiehlt sich daher die operative Stabilisierung.

Dabei werden körpereigene Sehnen entnommen und als Ersatz des verletzten Bandes unter arthroskopischer Sicht implantiert. Nach der Operation ist eine Behandlung mit Krankengymnastik erforderlich, die idealerweise durch eine ambulante medizinische Rehabilitation ergänzt wird.
Ein normales Gehen ist in der Regel nach 6 Wochen, erste leichte sportliche Betätigungen sind nach 3 Monaten und Kontaktsportarten nach 9 Monaten möglich.

Dr. Wolfgang Stutz | Praxis für Orthopädie und Gelenk-Chirurgie | Lange Straße 45 | 77652 Offenburg
© Dr. Stutz, Offenburg 2016